Warum die Regionalen Grünzüge für uns wichtig sind

Regionale Grünzüge dienen der Freiraumsicherung. Sie sollen einer ungesteuerten Inanspruchnahme des Freiraums vorbeugen. Deshalb wurde schon in der ersten Verbandsordnung des Siedlungsverbandes Ruhr von 1920 die gesetzliche Verpflichtung eingeführt, regional bedeutsame Grünflächen in einem Verzeichnis aufzunehmen. Seit dieser Zeit sollen die Standorte von Wohngebieten, Industrieflächen, Verkehrsbändern und Erholungsgebieten sollten so aufeinander abgestimmt sein, dass die wertvollen Erholungsgebiete und Grünzüge freigehalten werden.
In der aktuellen Durchführungsverordnung (DVO) zum Landesplanungsgesetz (LPlG) heißt es: „Regionale Grünzüge (Vorranggebiete): Freiraumbereiche – insbesondere in Verdichtungsgebieten –, die als Grünverbindung oder Grüngürtel wegen ihrer freiraum- und siedlungsbezogenen Funktionen (insbes. räumliche Gliederung und klimaökologischer Ausgleich, Erholung, Biotopvernetzung) zu erhalten, zu entwickeln oder zu sanieren und vor anderweitiger Inanspruchnahme besonders zu schützen sind"

Vöckenberg West - Frische und gesunde Luft

Daten und Fakten

Rings um  Stockum herrscht Freilandklima. Dort sind die Produktionsgebiete für frische und kalte Luft.

Diese Gebiete haben eine sehr große Bedeutung für die Frischluftzufuhr nach Stockum, aber auch nach Annen und zur Wittener Innenstadt.

Durch die vorherrschenden Winde werden bereits jetzt die Abgase der Fahrzeuge auf der A44 über Stockum, die Innenstadt, Annen und

Rüdinghausen verteilt.

 

Wussten Sie schon ...

... dass schon 1929 Regionale Grünzüge für das Ruhrgebiet festgelegt wurden,

... dass die globale Oberflächentemperatur seit 1929 um ca. 0,7° C zugenommen hat,

... dass Stockum im Süden, Norden, Westen und Osten inselartig von Freiflächen des Regionalen Grünzuges umgeben ist,

... dass das Grünzugkonzept auch im neuen LEP bestätigt werden wird,

... dass jede Bodenversiegelung mehr aufheizt und Feinstaub, Stickoxide und Kohlendioxid generiert ?

 

Klare Aussagen

Freiflächen müssen als klimatische und lufthygienische Ausgleichsräume erhalten bleiben.

Schon jetzt entstehen durch das Gewerbegebiet Wullener Feld und die A44 hohe Wärme- und Schadstoffbelastungen. 

Mit einem GE-/GI-Gebiet Vöckenberg West würden diese Belastungen verstärkt.

Die vorherrschenden Windrichtungen führen somit zu einer stärkeren Belastung Stockums, aber bei Nordwestwind auch Annens und Rüdinghausens und bei Nordostwind der Wittener Innenstadt.

Unser Klima ist im Wandel. Wir müssen das Potential unserer Stadt schützen und nicht die letzten intakten Stücke der Natur dem Profit opfern.

Vöckenberg West - Bestandsaufnahme

Daten und Fakten

Die Fläche von Stockum/Düren beträgt 5,44 km², das sind 7,52% der Wittener Stadtfläche.

In Stockum/Düren wohnen 6334 Einwohner.

20,03% der Stockumer Fläche sind bebaut, 61,80% sind landwirtschaftliche Nutzflächen.

Im Westen des Stadtteils, an der Straße Bebbelsdorf, hat Stockum/Düren ein GE-/GI-Gebiet. Auch im westlichen Teil des Stockumer Ortskernes finden sich an der Hörder Straße mehrere Industrie- und Gewerbebetriebe.

30.962 m² in Stockum und 43.703 m² in Düren wurden 2013 für Gewerbe und Industrie genutzt.

Stockum/Düren ist auch wegen seiner guten und gesunden Luft und seiner freien Landschaft einer der Stadtteile Wittens, in dem die Menschen gerne wohnen.  

 

Wussten Sie schon ...

... dass 35,65% der Wittener Stadtfläche bebaut oder Verkehrsfläche sind,

... dass 2008 in Witten 38,5% (29,7% in  NRW) der Beschäftigen im produzierenden Gewerbe und 40,8% (46,9% in NRW) im Bereich der sonstigen Dienstleistungen tätig sind,

... dass von 1999 bis 2010 eine Fläche von 108 ha Wittener Ackerland verloren gingen und in dieser Zeit die Siedlungs- und Verkehrsfläche um 104 ha zunahm,

...  dass sich die Einwohnerzahl Stockums in den letzten 50 Jahren mehr als verdoppelt hat ?

 

Klare Aussagen

Die Flächen rings um Stockum, auch Vöckenberg West, sind seit fast 100 Jahren (Bestand)teil eines in den Gebietsentwicklungsplänen ausgewiesenen Regionalen Grünzuges. Hier sind Planungen und Maßnahmen, die deren Aufgabe und Funktion beeinträchtigen, grundsätzlich ausgeschlossen.

Vöckenberg West - Ökologisch wertvollste Böden

Daten und Fakten

Die Böden von Vöckenberg West fallen gemäß Geologischem Dienst NRW und Landwirtschaftskammer NRW ganz überwiegend in die höchste Wertstufe.

Die Landwirtschaftskammer: diese Böden müssen unbedingt geschützt werden und erhalten bleiben.

Der landwirtschaftliche Standort Vöckenberg West gehört zum besten Standorttyp I.

Wegen ihrer großen Güte, vor allem ihrer hohen natürlichen Fruchtbarkeit sind diese Böden hervorragend für Ökologischen Landbau geeignet.

 

Wussten Sie schon ...

... dass immer mehr Menschen auf gesunde Ernährung Wert legen,

... dass der Verzehr regionaler Produkte Energie spart und die Umweltbelastungen verringert,

... dass das Land NRW Umstellungen auf Ökologischen Landbau finanziell unterstützt,

... dass Ökologischer Landbau die Wertschöpfung erhöht,

... dass landwirtschaftliche Nutzfläche die wertvollste Restnutzfläche ist und ein Verlust dieser Flächen nicht rückgängig gemacht werden kann ?

 

Klare Aussagen

Ökologischer Landbau muss auch in Witten gefördert werden.

Gerade im urbanen und suburbanen Raum müssen die landwirtschaftlichen Flächen erhalten bleiben. Sie sichern die Existenz der bestehenden landwirtschaftlichen Betriebe.

Da auch in Witten die Nachfrage bei Bio-Produkten aus der Region wächst, können die landwirtschaftlichen Flächen von Vöckenberg West einen wertvollen Beitrag zur Deckung des Bedarfs leisten.

Schutz statt Schmutz!