Geschichte des OV

Geschichte des Ortsvereins Witten-Stockum

Mittlerweile besteht der Ortsverein Stockum der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands über 100 Jahre. Besonders die erste Hälfte seiner Geschichte wird von gravierenden, landesweiten Ereignissen geprägt. In der Nachkriegsgeschichte dominiert hingegen die Arbeit für den Ortsteil. Aber auch für diese Zeit müssen wichtige bundesweite Ereignisse genannt werden. Man erinnere sich nur an die Bundeswehrfrage in den 50er Jahren, die Regierungszeit in Bonn oder die Wiedervereinigung. In der folgenden Übersicht sind wichtige Daten in der Geschichte des Stockumer Ortsvereins zusammengefasst worden.

Ende der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts 
Etwa 40 sozialdemokratisch denkende Stockumer Bürger treffen sich wiederholt unter verschiedenen Vorwänden. Sie treffen sich heimlich im Stockumer Siepen [1] oder an anderer Stelle in Stockum.

1905 
Erster großer Bergarbeiterstreik in Stockum. Eine kleine Gruppe Arbeiter hat sich zur Stärkung und Wahrung ihrer Interessen zusammengefunden.

1906 
Die SPD in Stockum wird gegründet. 
Gründungslokal war die Gaststätte Lohr im Stockumer Bruch, der erste Vorsitzende wurde Hannes Burg. Weitere Gründer waren Wilhelm Reppel, Emil Möhle, Karl Sommer und Wilhelm Barth. Da öffentliche Versammlungen nicht gestattet waren, war die Arbeit für die Partei nicht einfach. Durch Propaganda von Mund zu Mund wurde eingeladen. Die Mitglieder trafen sich auf der Steinkuhle [2]. Das war ein Grundstück abseits der Straße, im Hintergrund der Gaststätte Lohr. Auf diesem Grundstück stand das Anwesen des Kleinbauern Zarges.

Januar 1912 
Zweiter Bergarbeiterstreik.

1918 
Der 1. Weltkrieg ging im November 1918 zu Ende. Die Sozialdemokraten, die im Reichstag vor dem Krieg eine starke Position unter August Bebel innehatten, übernahmen die Regierung.

20er Jahre 
Stockum und Düren hatten eine eigene Gemeindevertretung ([3] bis 1928, [4] bis 1956). Der Ortsvorsteher von Stockum war Dietrich Leese und der für Düren Ludwig Klingel. Beide waren Sozialdemokraten.

1933 
Die Nationalsozialisten ergreifen die Macht. Alle Parteien, Gewerkschaften, Vereine und Verbände, die auf sozialdemokratischem Boden standen wurden verboten und ihre Führungen in Gefängnisse und Konzentrationslager deportiert, wo viele ihr Leben lassen mußten. In Stockum wurden am Steinberg [5] alle Fahnen, Banner, Noten sowie Literatur der ortsansässigen Arbeitervereine den Flammen übergeben.

Kriegszeit in Stockum 
Auch in Stockum wurden einige Häuser zerstört oder beschädigt. In der Pferdebachstraße wurde das Haus von Emil Möhle, einem Sozialdemokraten, zerstört. Hierbei wurden acht Personen getötet. [6]

1945 
Wiedergründung des Ortsvereins. 
Die Wiedergründung fand im Lokal der heutigen Sportlerklause [7] statt. Die damalige Militärregierung gab allgemeine Bestimmungen heraus. Die Parteien und Gewerkschaften konnten sich wieder etablieren. Es wurde ihnen aber untersagt, Repressalien gegen ehemalige Nazis vorzunehmen, da dieses Sache der Militärregierung war.

1946 
Die erste Eröffnungssitzung des neuen Rates der Stadt Witten fand am 18. 01. 46 statt. Es waren 30 Mitgieder. Die von der SPD gestellten Ratsmitglieder waren damals Walter Nowack, Albert Martmöller, Walter Riekesmann, Otto Bremer, Wilhelm Schmuck, Gustav Isokeit, Wilhelm Reppel, Viktor Darge, Emil Scheer, Helene Brücker und Hildegard Kreggenfeld.

nach 1946 
Der Ortsverein beschäftigt sich mit aktuellen politischen Fragen der Kommunal-, Landes- und Bundespolitik. Stets im Vordergrund steht im Laufe dieser Jahre die Weiterentwicklung des Ortsteiles Stockum. Nachfolgend werden aus der Vielfalt der Themen einige exemplarisch genannt.

nach 1946 
Wiederaufbau des Ortsteils

50er Jahre 
Ausbau der Hörder Straße, Sportplatzausbau, Bücherei, 
Kanalbaumaßnahmen, Bau eines neuen Feuerwehrhauses

60er Jahre 
Kanalbaumaßnahmen, Anregung von Schrebergärten, Bautätigkeit Stockum-Nord

70er Jahre 
Autobahnbau, Bebauungspläne Stockum Südwest und West, Kindergartenbau, Kinderspielplätze, Erweiterung Harkortschule, neue Turnhalle, Schwimmhalle, Forderung eines Jugendzentrums, Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung, Sicherheit auf der Hörder Straße

80er Jahre 
Maßnahemen zur Verkehrsberuhigung, Sanierung Stockums, Jugendzentrum, Kindergartensituation, Schulwegsicherung, Verkehrskonzept Himmelohstraße, Bürgerzentrum Breukerscher Hof, Tiefendorf, Wullener Feld, Kanalbaumaßnahmen, COOP-Erweiterung Umbau der Hörder Straße

90er Jahre 
Kinder- und Jugendzentrum, Gewerbeflächen, Kindergartensituation, Stadtteilentwicklung, Wohnumfeldes, öffentlicher Personennahverkehr, Flächen für Wohnungsbau