Gewerbegebiet Pferdebachstraße

Am 07. April traf sich der OV Stockum in der Sportlerklause, um unter anderem mit Beate Gronau und Prof. i.R. Dr. Jürgen Dodt über ein mögliches interkommunales Gewerbegebiet zwischen der Pferdebachstraße und der Stockumer Straße, nördlich der Autobahn A44 zu diskutieren.

Beate Gronau wies darauf hin, dass eine wirtschaftliche Förderung Wittens nur durch Bereitstellung von Gewerbeflächen möglich sei, Witten aber keine freien Flächen hierfür mehr besitze. Die Beteiligung an der Opelfläche sei ungewiss, hier haben im Wesentlichen Opel und die Stadt Bochum die Planung in der Hand.

Alfred Schulz berichtete aus dem Kreistag, dass die Fachverantwortlichen der Städte bereits Ende 2008 das Votum aufgegriffen hätten, nach einer geeigneten Freifläche für ein interkommunales Gewerbegebiet zu suchen, da es aufgrund mangelnder Angebote für Gewerbeflächen zu einer Abwanderung der Firmen käme. Aus diesem Grund wurden von den Städten und dem Kreis unter Beteiligung des RVR im gesamten Kreis nach möglichen Freiflächen gesucht.

Jürgen Dodt hat sich mit der von dem Ingenieurbüro Baasner Stadtplaner GmbH, Berlin, erarbeiteten Machbarkeitsstudie zur Auswahl von Standorten für ein interkommunales Gewerbegebiet kritisch auseinandergesetzt – und hier insbesondere mit der Einstufung der Fläche an der Pferdebachstraße als „besonders gut geeignet“. Unter anderem hebt er hervor, dass es sich bei der Fläche um landwirtschaftlich sehr hochwertige Böden handele, die dank ihrer großen natürlichen Fruchtbarkeit grundsätzlich zum biologischen Anbau geeignet seien. Die derzeitige jeweils zu kurze Verpachtungsdauer durch die Stadt verhindere allerdings den Anbau von Bioprodukten, da ein Verkauf als Bioprodukt erst nach vier Jahren biologischen Anbaus möglich sei. Ein weiteres Argument gegen das Gewerbegebiet an diesem Standort sei die offenkundige geländeklimatische und lufthygienische Bedeutung der Fläche als Ausgleichsraum für Stockum, aber auch für Annen und die Innenstadt. Des Weiteren liege das geplante Gebiet in einem der regionalplanerisch gesicherten Grünzüge des regionalen Freiflächensystems und käme daher grundsätzlich nicht als Gewerbefläche in Betracht. Ein interkommunales Gewerbegebiet könne hier jedoch eine Sonderstellung haben. Voraussetzung sei dann aber die Rückwidmung gleichwertiger Gebiete. Diese mit entsprechenden Karten untermauerten Argumente überzeugten viele der Anwesenden.

Auch der OV Stockum ist nach wie vor davon überzeugt:

Wenn die im Landesentwicklungs- und Gebietsentwicklungsplan formulierten Ziele und Grundsätze zum Schutz und zur Entwicklung des Freiraums im Verdichtungsgebiet beachtet werden, ist die Fläche an der Pferdebachstraße als Standort für ein Gewerbegebiet auszuschließen.